Ein eindrucksvoller Tag in der Caritas-Tagesförderstätte

    Landtagsangerodnete Dr. Tanja Machalet absolvierte Praktikumstag in Wirgeser Einrichtung

    WIRGES. In hohem Bogen fliegt der große Schaumstoffwürfel durch die Luft und bleibt schließlich mit der Zwei nach oben in der Mitte des Stuhlkreises liegen. Sofort zählen alle zwei Plätze nach rechts und blicken die Frau, die dort sitzt, erwartungsvoll an. Die lächelt und begrüßt die Runde freundlich mit einem „Hallo, ich bin die Tanja!“.
    In der Tagesförderstätte (Tafö) der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Wirges steht an diesem Vormittag Hockergymnastik auf dem Programm – inklusive Vorstellungsrunde. Mitten drin sitzt die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Tanja Machalet und hat sichtlich ihren Spaß. Politik steht bei diesem Besuch nicht im Mittelpunkt. Die Landtagsabgeordnete absolviert ein Tagespraktikum in der Tagesförderstätte, sie informiert sich über die Einrichtung, lernt die Mitarbeiter und Beschäftigten kennen und erhält Einblicke in deren Tagesablauf.

    Mehrmals im Jahr absolviert Tanja Machalet einen solchen Praktikumstag, um auch mal hinter die Kulissen von Institutionen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen zu blicken. Der Slogan von der „Arbeit an der Basis“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Dabei blickt die Landtagsabgeordnete den Beteiligten auch nicht einfach nur über die Schulter, sondern packt tatkräftig mit an. Mittlerweile schnupperte sie schon im Krankenhaus, im Kindergarten und in der Schule rein, machte ein Praktikum beim Arzt, beim Amtsgericht, im Altenheim, im Familienferiendorf und sogar bei der Polizei. Der Einsatz in der Tagesförderstätte war nicht Machalets erstes Praktikum beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn. In den vergangenen Jahren lernte sie bereits die Arbeit in einer Sozialstation, in der Katharina-Kasper-Schule, in den CaritasWerkstätten und im CAP-Lebensmittelmarkt kennen.

    Die Tagesförderstätte der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Wirges ermöglicht seit 1988erwachsenen Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Dazu stehen dort in drei Gruppen insgesamt 24 Plätze zur Verfügung. „Wir schaffen einen Lebensraum, in dem Individualität und soziale Integration einen besonderen Stellenwert haben. Unser Ziel ist es, die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse zu ermöglichen, um die persönliche Lebensqualität zu verbessern. Dazu fördern wir ganz individuell mit tagesstrukturierenden Maßnahmen sowie bewegungs- und sozialtherapeutischen, kreativen und lebenspraktischen Angeboten“, erläuterte Armin Gutwald, Geschäftsführer der CaritasWerkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, der Tanja Machalet gemeinsam mit Einrichtungsleiterin Petra MaßenSchneider willkommen hieß. Der Arbeitstag in der Wirgeser Tafö begann für die Westerwälder Landtagsabgeordnete früh morgens mit der Ankunft der Beschäftigten und der Begleitung in die jeweiligen Gruppen. Im Laufe des Tages standen dann weitere Punkte auf dem Programm: Dazu gehörten unter anderem das gemeinsame Frühstück und Mittagessen, das Füttern der Vögel zusammen mit einemBeschäftigten sowie die Hospitation bei einer Physiotherapie-Einheit.

    Das war ein sehr eindrucksvoller Tag“, so Tanja Machalets erstes Resümee. „Die Welt von heute ist schnelllebig, alles ist sehr hektisch. Die Beschäftigten machen einem dies auf besondere Weise bewusst. Sehr oft sind es dagegen die kleinen Dinge im Leben, an denen wir uns erfreuen sollten“, zeigte sich die „Praktikantin“ insbesondere beeindruckt von der Begeisterung, mit der die Tafö-Beschäftigten ihre täglichen neuen Herausforderungen meistern. Gleichzeitig sprach die Landtagsabgeordnete aber auch die beengte Raumsituation in der Wirges Einrichtung an, die im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feierte. „Hier bedarf es dringend der Verbesserung“, so Machalet, die viele neu gewonnene Einrücke mit nach Mainz nehmen konnte und abschließend den Beteiligten versprach, sich auch künftig für die Weiterentwicklung des Betreuungsangebotes der Tagesförderstätten und insbesondere andere räumliche Möglichkeiten einzusetzen.